Sonntag 21 Januar 2018

Zoom8 WMin Tonsberg/Norwegen
Juli/August 2008

7 Segler/innen aus Oberösterreich (Julia Häupl-SCA, Carine Zieher-SCATT, Franziska Freinberger-SCATT, Florian Haberl-SCATT/UYCAs, Michael Praxamarer-SCA, Sebatian Reindl-UYCMo, Constantin Zimmermann-SCATT) haben sich entschlossen, heuer an der Weltmeisterschaft in der Zoom8 Klasse anzutreten. Das hat im Vorfeld viele Überlegungen bezüglich Transport und Unterkunft erfordert. Einerseits ist der Anreise von fast 2000 km keine Kleinigkeit, andererseits sind die Kosten für Übernachtung und Norwegen bekanntlich sehr hoch. Letztendlich fiel folgende Entscheidung: Gerald Richtarski übernimmt Boots- und Materialtransport zusätzlich zur Trainertätigkeit, die Segler/innen reisen (auf eigene Kosten) mit dem Flugzeug an. Um die Aufenthaltskosten im Rahmen zu halten, fiel die Wahl für den Aufenthalt auf den Campingplatz gemeinsam mit Familie Grasser aus Tirol, Anna Scharnagel mit Vater vom Mattse sowie Christa Feltham mit Trainer Walter Kendlbacher aus Zell am See. Somit ergab sich eine „Camping-WG" aus fast 20 Personen.

Charly Freinberger (der Vater von Franziska) hat sich bereit erklärt mit Gerald den Transport zu übernahmen. Gleichzeitig hat er seinen Campingbus für den Transport zur Verfügung gestellt - besten Dank! Seine Frau Regina hat die Kids beim Flug begleitet. Horst Ablinger (Clubwirt des SCATT) hat sein Bierzelt (4 x 8 m) und umfangreiche Küchenausrüstung zur Verfügung gestellt, Renate Zieher hat den Lebensmitteleinkauf für alle übernommen (8 große Kartons!!).


Bereits am Dienstag, 22. Juli begann das große Verpacken. Motorboot, Zooms, Campingausrüstung, Gepäck aller Segler und Begleitpersonen wurde verfrachtet, ein logistischer Kraftakt.

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Am Mittwoch machten sich die beiden „Fernfahrer" auf die weite Reise. Am ersten Tag ging es bis Schwerin, nach einer erholsamen Nacht im Hotel ging die Reise weiter Richtung Insel Fehrmann zur Fähre nach Dänemark. Leider zwang ein technischer Defekt am Bus zu einem Werkstattaufenthalt in Lübeck und brachte einen Zeitverlust von fast 6 Stunden. So wurde nichts mit der geplanten Ankunft am Abend und die kommende Nacht für die Reise zum Tag. Schlußendlich traf die ganze Ladung am Freitag um 6 Uhr morgens wohlbehalten an. Es folgten auspacken und Zeltaufbau am Campingplatz.

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Am frühen Nachmittag wurden die Segler/innen vom Flughafen abgeholt und am Abend gab es das erste Abendessen aus der Campingküche.

DSCI0057.jpgDSCI0055Das Wetter in Norwegen zeigte sich von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel, Tageshöchsttemperaturen von bis zu 30 Grad und keine Spur vom legendären norwegischen Regenwetter - zum Glück. Erst am letzten Wettkampftag stellte sich das Wetter um und es begann zu Regnen.

 

Leider gab es am Samstag keinen Wind für ein Training, die Kids verbrachten einen herrlichen Badetag am Meer. Ab Sonntag hat sich Wind eingestellt und er konnte ausgiebig trainiert werden. Am Montag Abend gab es die erste Wettfahrt - zwar nicht für die Kinder sondern für die Eltern bzw. Betreuer. Hier gab es den ersten Sieg für Österreich durch Stefan Hess, Gerald Richtaski belegte immerhin noch den 12 Platz von über 60 Teilnehmer/innen.

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DSCI0260.jpgAm Dienstag folgte das Practice-Race für die Hauptdarsteller bei gutem Wind. Die 7 Jurymitglieder griffen gleich mit voller Härte durch und regnete Strafen nach Regel 42. Ein Vorgangsweise, die uns den Rest der Woche begleitete. Am Abend gab es die Eröffnungsfeier.

 

Am Mittwoch starteten die Wettfahrten. 77 Mädchen und 97 Burschen waren am Start. Die Burschen gingen jeweils als erstes am Outer-Loop ins Rennen, die Mädchen folgten am Inner-Loop. Die Startdisziplin erforderte von Anfang an die Black-Flag. Leider waren nicht immer die Segler daran schuld, die Wettfahrtsleitung war bei der Nachjustierung der Startlinie nicht wirklich eifrig. Wie schon am Vortag zeigten sich auch die Schiedsrichter von der harten Seite. Es wurde eifrig nach Regel 42 am Wasser bestraft, am Abend folgten diverse Proteste der Jury gegen Segler. Leider waren auch einige unserer Segler/innen betroffen. Sowohl Franziska als auch Sebastian büßten auf diesem Weg Top-20 Platzierungen ein.

 

Für die Österreichische Mannschaft war die Weltmeisterschaft ein toller Erfolg. Lena Hess und Thomas Palme konnten ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigen und Norwegen als neue Weltmeister verlassen. Auch die Oberösterreichischen Teilnehmer haben sich tapfer geschlagen. Carina Ziher belegte mit gleichmäßigen Leistungen den hervorragenden 19. Platz. Mit etwas risikoreicher Starttechnik wäre ein Platz unter den besten 15 möglich gewesen. Julia Häupl belegte Platz 32, die Wettfahrtsplatzierungen 11, 12 und 16 sprechen für sich, leider musste auch sie einen Frühstart bei Black-Flag hinnehmen, somit war ein Streichresultat verschenkt und eine bessere Platzierung nicht mehr möglich. Franziska Freinberger schlug sich bei ihrem ersten Antreten bei einer Weltmeisterschaft ebenfalls wacker. Auch sie hatte einen BFD und verlor eine Top-15 Platzierung wegen einer angeblichen Bojenberührung bei der letzten Leetonnen nach einem Protest eines Jurymitgliedes. Gleich 4 mal Platz 24 brachten schlußendlich immerhin noch Rang 41.

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DSCI0310.jpgBei den Burschen erreichte Michael Praxmarer Platz 32, Florian Haberl konnte leider seine guten Leistungen der laufenden Saison nicht bestätigen. Für ihn war es aber immerhin wie für einige andere unserer Mannschaft die erste Weltmeisterschaft und erfahrungsgemäß ist es für die jungen Segler/innen nicht leicht mit dieser Herausforderung umzugehen. Auf jeden Fall haben alle Teilnehmer/innen perfekten Einsatz und vorbildliche Disziplin (am Wasser wie an Land) gezeigt und allen gebührt großer Respekt von ihrem Trainer.

 

Die Siegerehrung am Abend wurde ein Fest für Österreich. Gleich zweimal wurde die österreichische Hymne gespielt - nochmals Gratulation an Lena und Thomas zum Titel!

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efc5fc1a5c.jpgAm Sonntag wird bei etwas Regen das Camp abgebrochen und die Kids am Flughafen in Oslo abgeliefert. Gerald und Charlie machten sich wieder auf die Reise mit dem Auto. Diesmal wurde auf einen Zwischenstopp verzichtet und die fast 2000 km in einem Stück bewältigt. Die Fahrt verlief bis auf eine Reifenpanne problemlos.

 

An dieser Stelle nochmals einen Dank an Hubert Kraft von der Fa. Ehrle-Austria für die Unterstützung unseres Teams. Ebenso Dank an die Eltern, das Attersail-Team, den Oberösterreichischen Landessegelverband und dem Segelclub Attersee.DSCI0175.jpg DSCI0247.jpg