Sonntag 21 Januar 2018

WC_Australien_2010_4Österreichs Segler erarbeiten sich für die Weltcup-Entscheidung in Down Under eine optimale Ausgangsposition, einzig Andreas Geritzer muss frühzeitig die Segel bergen.
Das Wetter in Melbourne bleibt unberechenbar. Am vorletzten Tag des Grunddurchganges brachte eine heftige Gewitterfront mit bis zu neun Windstärken zusätzliche Würze ins Spiel. Wer noch nicht an Land war, wurde regelrecht umgeblasen, die Rettungsmannschaften hatten alle Hände voll zu tun. Österreichs Top-Segler behielten trotz der unwirschen Bedingungen ihre Linie und greifen morgen in drei Bootsklassen nach den Sternen.

Nico Delle Karth und Niko Resch qualifizieren sich als zweitbestes Team für den finalen Showdown, das 49er Duo hat aufgrund der Punkteabstände bereits einen Podestplatz sicher. Die beiden letzten Runden im Grunddurchgang verliefen zunächst nach Wunsch, die Weltranglisten-Ersten zogen dank eines fünften Ranges an den Neuseeländern vorbei. In der letzten Wettfahrt mussten die beiden ihre Segel aufgrund eines spektakulären Überschlages vorzeitig streichen, womit Peter Burling und Blair Tuke die zwischenzeitliche Führung zurückeroberten. „Wir haben riskiert und sind dabei auf die Nase gefallen, das kann passieren und fällt nicht wirklich ins Gewicht. Die Neuseeländer sind in Reichweite, wir werden attackieren und sie hoffentlich zu Fehlern zwingen.“ Mit Thomas Zajac und Thomas Czajka schaffte auch das zweite heimische 49er Duo den Sprung in die Top 10, mit der Teilnahme am Medal Race fahren die beiden 25-Jährigen einen weiteren Etappenerfolg ein. „Wir können morgen nur gewinnen und sind mit dem Erreichten sehr zufrieden.“

Matthias Schmid und Florian Reichstädter haben in der 470er Klasse mit einem zweiten Rang endgültig das Heft in die Hand genommen. Die anschließende Wettfahrt musste wegen einer Gewitterfront abgebrochen werden, das gesamte Feld wurde von den Sturmböen regelrecht umgeblasen. Damit schlüpfen die 470er-Asse im morgigen Medal Race in die Goldtrikots der Führenden. „Dass wir den Grunddurchgang als Erste beenden tut dem Ego gut und ist wirklich sensationell, gewonnen haben wir deshalb aber noch lange nichts. Die ersten vier Mannschaften sind durch lediglich vier Punkte getrennt, aufgrund der doppelten Punkte die im Medal Race ausgeschüttet werden, agieren diese Teams morgen auf Augenhöhe“, so Schmid. Von der Papierform sind die Österreicher zwar Außenseiter, mit zwei Tagessiegen hat man aber im Verlauf der Woche bewiesen, dass man den Favoriten erfolgreich ein Bein stellen kann.

Sylvia Vogl und Carolina Flatscher bleiben bei den Damen jenes Team, das es zu schlagen gilt. Heute auf Rang vier, haben die Europameisterinnen von 2008 einen Polster von zwei Zählern. „Wir müssen vor unseren schärfsten Verfolgerinnen im Ziel sein und dürfen uns nicht in die Defensive drängen lassen“, gibt Vogl die Marschrichtung vor.

Für Andreas Geritzer ist der Australien-Weltcup hingegen zu Ende, der Lasersegler musste aufgrund seiner schweren Verkühlung vorzeitig die Segel streichen. „Mir ist es schon in den letzten Tagen nicht besonders gut gegangen, jetzt ist leider endgültig die Luft draußen. Ich wollte diese Serie unbedingt beenden, habe aber heute einsehen müssen, dass ich aufgrund meiner körperlichen Verfassung keine Chance habe.“

Australien Weltcup, Zwischenstand nach dem 5. Tag:

49er (11 Wettfahrten, ein Streicher)
1. Peter Burling/Blair Tuke NZL 33,5
2. Nico Delle Karth/Niko Resch AUT 37 (1,2,4,1,9,2,4,5,4,5,(DNF)
3. Erik Storck/Trevor Moore USA 55
10. Thomas Zajac/Thomas Czajka AUT 88 (13,3,11,8,5,14,1,11,8,13,(15)


470er Damen (8 Wettfahrten, ein Steicher)
1. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 15 (1,2,1,2,4,1,(5),4)
2. Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher GER 17
3. Feng Hui Huang/Li Zhu Huang CHI 22

470er Herren (7 Wettfahrten, ein Streicher)
1. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 15 (3,1,3,3,2,(7),1,2)
2. Stuart McNay/Graham Biehl USA 16
4. Mathew Belcher/Malcom Page AUS 17

Laser (10 Wettfahrten, ein Streicher)
1. Nick Thompson GBR 24
21. Andreas Geritzer AUT 121 (1,9,6,18,(20),2,9,22,DNC,DNC)
55. Matthias Sailer AUT 195 (28,26.19,28,(DNC),20,23,20,11,20)
Bericht von: Dominik Marsano, Segelverband.at