Donnerstag 18 Januar 2018

Silvia Vogl und Caro FlatscherSilvia Vogl und Carolina Flatscher reisen als frisch gebackene Europameister zu den Olympischen Spielen, wo auch Matthias Schmid und Florian Reichstädter ihr Debüt zelebrieren. „Wir haben von Anfang an das Heft in die Hand genommen und unsere unmittelbare Konkurrenz während der gesamten Wettfahrt kontrolliert", jubelt Silvia Vogl, die mit Carolina Flatscher an der Vorschot das Medal Race auf Rang drei beendete und Österreich erstmals einen EM-Titel in der Olympischen Damen-Zweihand Klasse bescherte. Mit insgesamt drei Wettfahrtsiegen und nie schlechter als auf Rang 13 klassiert, demonstrierten Vogl (33) und ihre um sieben Jahre jüngere Partnerin trotz extrem schwieriger Windverhältnisse enorme Konstanz.
„Die Art und Weise wie sie die gesamte Woche über agiert haben war beeindruckend, das Medal Race eine taktische Lehrstunde der Sonderklasse. So eine Leistung und natürlich auch das Ergebnis sorgen sieben Wochen vor den Olympischen Spielen für zusätzlichen Rückenwind. Der unterm Strich souveräne wie nervenstarke Auftritt der Herren rundet eine - aus Sicht des heimischen Segelsportes - absolut geniale Woche ab", freute sich OESV-Coach Alfred Pelinka, der zugab, die eine oder andere Freudenträne verdrückt zu haben.

„Dieser Titel ist im Olympiajahr um einiges mehr wert, noch dazu, wo wir die Overall-Wertung gewinnen konnten und die starke Konkurrenz aus Übersee klar dominiert haben", frohlockt Flatscher, die gemeinsam mit ihrer Steuerfrau bereits 2006 Vize-Europameisterin war. Matthias Schmid und Florian Reichstädter, im finalen Race sechste, beendeten die Konkurrenz auf Rang 14 und schafften als zehntbeste Europäer letztendlich klar die Vorgaben des ÖOC. Nach der A-Kader-Leistung von Hyeres (Rang acht) benötigte das Duo ein B-Kader Limit und feiert im August ebenso ihr Olympiadebüt wie Vogl/Flatscher.

„Wir haben uns mit den Mädels sehr konsequent auf die Saison und die EM vorbereitet und von einander in vielen Belangen profitiert. Nach Florians schwerer Schulterverletzung waren wir vergangenen Herbst praktisch aus dem Rennen. Jetzt haben wir bewiesen, dass wir die Entsendung verdient haben und werden das wie eine Medaille feiern", so der 27-jahrige Matthias Schmid, der mit seinem Partner im Rahmen dieser EM 13 Olympiastartern das Heck zeigen konnte. Beide Mannschaften brechen kommenden Mittwoch nach Qingdao auf, wo vier Wochen gemeinsames Training auf dem Programm stehen.

„Das ist die Belohnung für eine vierjährige konsequente Arbeit. Ich freue mich wirklich für beide Teams, und für die vielen Leute die im Hintergrund aktiv waren und in schlechteren Zeiten auch das notwendige Vertrauen hatten", gratulierte OESV-Sportdirektor Georg Fundak, der zur Zeit mit Österreichs Tornado-Assen in Thessaloniki den Feinschliff für die am Montag beginnende EM vornimmt. Anstelle von Hans Peter Steinacher, der derzeit mit Fieber und Durchfall das Bett hüten muss, steht Thomas Czajka neben Roman Hagara während der Tests im Trapez.

EM-Endstand (inofiziell):

1. Silvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 85 (1, 4, 12, 8, (13), 1, 10, 13, 9, 8, 1, 12, 3)
2. Emanuelle Rol/Anne-Sophie Thilo SUI 95
(3. Eise Rechichi/Tessa Parkinson AUS 96)
4. Vesna Dekleva Paoili/KlaraMaucec SLO 103

Herren (europäische Wertung):
1. Nathan Wilmot/Malcom Page AUS 70)
2. Nic Asher/Elliot Willis GBR 74
3. Sven Coster/Kalle Coster NED 77
4. Gideon Kliger/Udi Gal ISR 78
14. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 130 (14, 5, 9, 5, 10, 2, 28, 7, 5, (29), 28, 12, 6)