Donnerstag 18 Januar 2018

11470_800x600-smallÖsterreichs Olympiasegler stehen am Prüfstand. In den kommenden Wochen erfolgen sechs Weltmeisterschaften, drei OeSV-Boote hoffen noch auf ein Olympiaticket. Für das bereits qualifizierte Quintett geht es um den Feinschliff und ein paar gezielte Nadelstiche.
Den Reigen eröffnet Andreas Geritzer, der ab morgen bei der Laser-Weltmeisterschaft vor Boltenhagen (GER) im Einsatz ist und die Top10 als sein Ziel definiert. Der Neusiedler sitzt in der Ostsee in jenem Boot, mit dem er im Vorjahr zu EM-Bronze segelte und greift auf einen neuen Mast zurück. Die Kombination hat sich im Training bewährt, auf Geritzer, der für die Spiele bereits qualifiziert ist, warten 170 Gegner aus 61 Nationen. Die Entscheidung fällt in 12 Wettfahrten, es ist kein Medal Race ausgeschrieben.

Am Samstag starten Hans Spitzauer und Gerd Habermüller in die Star-Weltmeisterschaft, gesegelt wird vor Hyeres (FRA), die Medaillen werden in sechs Wettfahrten vergeben. Für das heimische Duo geht es noch um einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele, zwölf der 16 startberechtigten Nationen sind bereits fix für die Segelbewerbe vor Weymouth qualifiziert. Das Gedränge um die restlichen vier Tickets ist hochqualitativ besetzt und verspricht einen extrem spannenden Verlauf. Die Segelgroßmächte Italien (mit den Europameistern Negri/Voltolini), Neuseeland, Spanien (mit den Olympiasiegern Echavarri/Ridriguez), Kroatien oder Dänemark stehen noch mit leeren Händen da.

Ab kommenden Montag wird vor Zadar um die WM-Krone in der 49er-Klasse gesegelt, Nico Delle Karth und Niko Resch geben ihr Regatta-Comeback. Die Weltranglisten-Ersten, die die Weltcups vor Palma und Hyeres ausgelassen und zuletzt acht Tage am Gardasee trainiert haben, wollen in die Top5. Thomas Czajka kehrt nach seiner Verletzung (Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk) mit Steuermann Thomas Zajac ebenfalls an die Linie zurück, die Weltmeisterschaft ist mit 18 Wettfahrten ausgeschrieben, am 12. Mai erfolgt das Medal Race. 79 Teams sind am Start, 35 Nationen zeigen Flagge.

Am 12. Mai fällt der Startschuss für die Finn und 470er Weltmeisterschaft. Florian Raudaschl segelt vor Falmouth (GBR) um einen Olympia-Quotenplatz, Lara Vadlau und Eva Maria Schimak greifen vor Barcelona nach den Olympischen Sternen. Matthias Schmid und Florian Reichstädter, die bereits für die Spiele qualifiziert sind, setzen in Spanien ebenso Segel wie der heimische 470er Nachwuchs.

Stimmen:
Andreas Geritzer:

„Ich war zuletzt mit meiner Geschwindigkeit nicht zufrieden und greife deshalb wieder auf ein bereits erprobtes Boot zurück, das Mast-Top habe ich ebenfalls getauscht. Die ersten Trainingseinheiten waren sehr positiv, ich habe bei Starkwind mit den Australien gut mithalten können und fühle mich deutlich wohler als zuletzt.“

Hans Spitzauer:
„Es wird eine spannende Herausforderung, bei der wir uns gute Chancen ausrechnen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, sind sehr gut vorbereitet und werden unsere Linie durchziehen. Natürlich ist die Konkurrenz sehr groß, aber wir haben bewiesen was wir können und sind in Sachen Quotenplatz sehr zuversichtlich.“

Niko Resch:
„Wir haben zuletzt sehr gut trainiert und fühlen uns in Zadar fast wie zu Hause. Wir sind hier schon EM-Dritte geworden, kennen das Revier und sind beide sehr hungrig. Es gilt aufzuzeigen und der Konkurrenz ein paar Nadelstiche zu verpassen.“

Thomas Czajka:
„Ich habe meine Hand in Wien behandeln lassen und bin zuversichtlich, der Belastung in der kommenden Woche standhalten zu können. Wir wollen uns in erster Konsequenz für die Gold Fleet (Top25) qualifizieren, dann schauen wir weiter.“
Bericht: Dominic Marsano