Sonntag 21 Januar 2018

Vogl_Flatscher_6Zufrieden aber nicht glücklich

Österreichs 470er Damen beenden die Europameisterschaft auf Rang sechs und blicken trotz des tadellosen Comebacks in eine ungewisse Zukunft.

 

„Im Prinzip“, sagt Sylvia Vogl, „hat wenig für uns gesprochen und genau das war unser Vorteil.“ 14 Monate nach ihrem letzten 470er-Wettkampf feiert die 35-jährige Oberösterreicherin gemeinsam mit Carolina Flatscher ein glanzvolles Comeback, die OeSV-Damen beenden das heutigen Medal Race wie auch die Europameisterschaft auf Rang sechs. “Neben der großen Leidenschaft hat vor allem die taktische Disziplin den Unterschied ausgemacht. Wir sind nicht immer volles Risiko gegangen und haben im richtigen Moment das Hirn eingeschalten“, weiß Vogl, die von einem extrem selektiven EM-Parcours spricht und sich besonders über die Vorstellung bei Starkwind freut. „Ich habe mir im Vorfeld schon Gedanken gemacht, wie wir bei viel Wind über die Runden kommen, das Ergebnis hat mich ehrlich überrascht.“ Mit einem souveränen Tagessieg und Rang drei fuhren die Europameisterinnen von 2008 bei fünf Windstärken die fetteste Beute ein, sieben Top 10 Plätze bürgen für eine Konstanz, die angesichts der Begleitumstände nicht selbstverständlich ist.

 

Das gelungene Comeback hat aber auch seine Schattenseiten, die Schmerzen im Halswirbelbereich sind wieder akut. „Ich habe zuletzt jede denkbare Therapie angewandt und mich am Abend trotzdem nicht rühren können. Würde nicht so viel auf dem Spiel stehen, hätte ich die Segel längst gestrichen.“ Anfang November soll in Australien die Basis für die kommende Saison gelegt werden, neben der Finanzierung hängt die Olympiakampagne für Weymouth auch aufgrund der schleppenden Heilung am seidenen Faden. „Ich kann schon auf die Zähne beißen“, sagt Vogl, „aber alles hat seine Grenzen. Eine Olympiakampagne macht nur Sinn, wenn wir uns entsprechend vorbereiten können. Dabei sein ist mir zuwenig, wenn, dann wollen wir in Medaillenform antreten.“   

 

 

470er Europameisterschaft Endstand nach 12 Wettfahrten + MR (ein Streicher)

Damen:

1. Emmanuelle Rol, Hélène Defrance           FRA       54

6. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher               AUT       99 (18),13,7,3,10,6,12,1,5,11,7,12,6)

 

Herren:

1. Luke Patience/Stuart Bithell                                       GBR      58

11. Matthias Schmid/Florian Reichstädter               AUT       117 (BFD),5,3,6,9,20,8,27,7,14,6,11,2)

27. David Bargehr/Lukas Mähr                                  AUT       197 (5,9,(21),18,16,4,27,26,11,18,26,27,17)