Sonntag 21 Januar 2018

470er_tag5_09Die Titelkämpfe vor Gmunden sind um eine fragwürdige Entscheidung reicher, Österreichs Herren kommen wieder unschuldig zum Handkuss.
Das Chaos nimmt seinen Lauf – auch der fünfte Tag der 470er Europameisterschaft war von langen Wartezeiten und teilweise groben „Windschweinerein“ überschattet, Österreichs Asse werden Opfer der zwischenzeitlichen Flaute und treiben als 37. ins Ziel. Den Damen bleibt eine weitere Entscheidung erspart.

Der erste Finaltag begann mir reichlich Verspätung, die 41 Boote starke Gold Flotte der Herren wurde erst kurz nach 16:00 Uhr von der Leine gelassen. Bei 1-3 Beaufort aus westlicher Richtung knüpften Matthias Schmid und Florian Reichstädter zunächst an ihrer gestrige Leistung an, die zwischenzeitliche Top Platzierung war allerdings nicht von langer Dauer. Auf der zweiten Runde blieben die Österreicher auf Rang acht liegend in einem Flautenloch hängen, der zehnminütige Stillstand kostete dem Duo 32 Plätze. „Es war total chaotisch, wir sind mit der ersten Verfolgergruppe einfach liegen geblieben und mussten tatenlos mit ansehen, wie ein Boot nach dem anderen an uns vorbei segelte“, zeigte sich Schmid fassungslos. Die rote Laterne hat mit Nick Rogers übrigens der Olympia-Zweite von 2008 in Händen, nicht viel besser ergeht es Matias Bühler und Felix Steiger (SUI), die Sieger des Frankreich-Weltcups rangieren derzeit auf Platz 23.
Das Medal Race ist für die zwischenzeitlich auf Rang 31 zurück gerutschten Österreicher nur noch durch ein Wunder realisierbar. „Unsere Befürchtungen wurden bei weitem übertroffen, die Verhältnisse waren irregulär, das hatte heute mit Segeln nichts mehr zu tun“, fand ein bitter enttäuschter Florian Reichstädter klare Worte. „Schade für die wirklich bemühten Veranstalter und Segel-Österreich, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in naher Zukunft wieder Heimvorteil haben werden.“

Sylvia Vogl nahm ihren arbeitslosen Tag mit eine weinenden Auge zu Kenntnis. „Die Gefahr bei diesen Verhältnissen durchgereicht zu werden gilt für alle, wir brauchen allerdings weitere Wettfahrten um Boden gut machen zu können.“ Für morgen sind neuerlich drei Wettfahrten geplant, es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Verhältnisse mitspielen. Die Europameisterschaft geht laut Plan am Sonntag mit dem Medal Race zu Ende.

Zwischenstand Damen nach 5 Wettfahrten/1 Streicher, 39 Mannschaften:
1. Giulia Conti/Giovanna Micol ITA 13
2. Ai Kondo/Wakako Tabata JPN 20
3. Jo Aleh/Olivia Powrie NZL 21
9. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 40 (17/3/16/47(28)
38. Vali Richter/Paula Flicker AUT 139

Zwischenstand Herren nach 7 Wettfahrten/1 Streicher, 82 Mannschaften:
1. Sime Fantela/Igor Marenic CRO 37
2. Harada Ryunosuke/Yoshida Yugo JPN 37
3. Lucas Zellmer/Heiko Seelig GER 40
31. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 92 (3/31/25/16/16/1/(37)